
Das neue ambulante Zentrum setzt Maßstäbe in Prävention, Therapie und interdisziplinärer Zusammenarbeit
(rr) Die Kliniken im Altmühltal (KNA) erweitern das Gesundheitszentrum Kösching um ein neues, ambulantes Diabetes- und Fußzentrum. Im Mittelpunkt steht laut Prof. Alexander Hansen und seinem Team die ganzheitliche und wohnortnahe Versorgung von Menschen mit verschiedenen Diabetesformen und deren Folgeerkrankungen.
Diabetes – eine wachsende Herausforderung
Nach Angaben des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention leiden über eine Million Menschen in Bayern an Diabetes mellitus. Weltweit habe sich die Zahl der Betroffenen in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdreifacht. Fachleute wie Prof. Hansen gehen davon aus, dass die Zahl alters- und situationsbedingt weiter steigen werde. Die Gründe seien vor allem die Zunahme von Übergewicht und der leichtere Zugang zu kalorienreichen Lebensmitteln.
Mehr als nur Zuckerkrankheit: Risiken und Versorgung
Diabetes sei laut Prof. Hansen mehr als eine reine Zuckerkrankheit; unbehandelt könne sie zu zahlreichen Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Problemen und Gefäßerkrankungen führen. Bleibe eine Wunde etwa über Wochen unbehandelt, steige das Risiko für Mobilitätsverlust und im schlimmsten Fall eine Amputation. Aus diesem Grund sei eine rasche, wohnortnahe Anlaufstelle für Betroffene essenziell.
Modernste Wundversorgung nach Leitlinien
Das neue Zentrum setze auf moderne Wundversorgung nach aktuellen Standards und Leitlinien, wie Pflegeexpertin Simone Wolfsfellner betont. Sie verfüge über Zusatzqualifikationen als Fachtherapeutin und Wundexpertin. Zur Druckentlastung der Wunde komme individuell angefertigter Filz zum Einsatz; bei fortgeschrittenen Wunden würden Fiberglas-Sohlen oder eine ambulante Unterdrucktherapie verwendet. Die Unterdrucktherapie fördere laut Wolfsfellner die Wundheilung durch ein geschlossenes Verbandssystem und eine Pumpe. Patienten nähmen deshalb sogar Anfahrtswege von bis zu 100 Kilometern in Kauf.
Ganzheitliche Betreuung und Ernährungstherapie
Das Zentrum biete eine ganzheitliche Betreuung für alle Diabetesformen, inklusive Insulinpumpentherapie und Schwangerschaftsdiabetes. Karin Heilmaier-Schwän betone, dass die herzliche und qualifizierte Betreuung in sensiblen Lebenslagen besonders wichtig sei. Durch die wohnortnahe Versorgung könne das Risiko verschiedener Folgeerkrankungen minimiert werden. Die Ernährungstherapeutin und Diabetesberaterin ergänze, dass eine nährstoffreiche Ernährung ein zentraler Bestandteil der Behandlung sei. Es gehe dabei weniger um Verbote als um eine ausgewogene Ernährungsweise.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit als Pluspunkt
Die fachübergreifende Zusammenarbeit im Gesundheitszentrum Kösching sei ein weiterer Vorteil. Das Diabetes- und Fußzentrum stehe im engen Austausch mit kardiologischen und gynäkologischen Facharztpraxen, wodurch Patienten mit Folgeerkrankungen des Herzens oder Schwangere mit Diabetes schnell und hochwertig versorgt werden könnten.
Auszeichnung für höchste Qualität
Das Zentrum wurde von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als DDG-Diabeteszentrum und Fußbehandlungseinrichtung ausgezeichnet. Zusätzlich erhielt es das Wundsiegel ICW der Initiative chronische Wunden. Diese Siegel seien laut Zentrumsvorstand nur durch hochqualitative, professionelle Arbeitsweise, strukturierte Prozesse und Kooperationen erreichbar.
Das neue Diabetes- und Fußzentrum Kösching setzt damit regionale Maßstäbe für die Prävention und Behandlung von Diabetes und dessen Folgeerkrankungen sowie für innovative Wundversorgung.
Für weitere aktuelle Nachrichten rund um die Region folgen Sie uns doch auf Facebook und Instagram.