
Im Naturpark Altmühltal übernimmt Anna Wiest aus Greding die Krone – Fokus auf nachhaltige Schäferei und regionale Produkte
(rr) Im Naturpark Altmühltal steht ein Wechsel an der Spitze der regionalen Schäferei bevor: Anna Wiest aus Greding wird für die kommenden zwei Jahre die neue „Altmühltaler Lamm“-Königin. Die offizielle Übergabe der Krone erfolgt beim „Altmühltaler Lamm“-Auftrieb in Mörnsheim am 16. und 17. Mai 2026. Bereits vorab stellte sich die designierte Königin im Informationszentrum des Naturparks den Projektbeteiligten und der noch amtierenden Königin Annemarie Mack vor.
Vom heimischen Stall in die weite Welt: Anna Wiest bringt internationale Erfahrung mit
Als im Januar 2026 zur Bewerbung für die neue Lamm-Königin aufgerufen wurde, lebte Anna Wiest über 18.000 Kilometer entfernt in Neuseeland. Ihre Mutter aus dem Beilngrieser Ortsteil Litterzhofen informierte sie über den Zeitungsartikel, woraufhin Wiest laut eigener Aussage nicht lange überlegen musste. Ihre internationalen Erfahrungen – neben Neuseeland auch Aufenthalte auf Malta – hätten ihr gezeigt, wie einzigartig das Altmühltal sei. Sie betonte, dass sie schon an vielen Orten gelebt habe, aber das Altmühltal für sie etwas ganz Besonderes sei.
Seit ihrer Jugend ist Anna Wiest eng mit den Schafen verbunden. Die Familie hält eine Hobbyherde mit zwölf Mutterschafen, einem Bock und mehreren Lämmern. Die ersten Tiere wurden von einem verstorbenen Schäfer übernommen und mit der Flasche aufgezogen – eine Aufgabe, die auch Anna mit Freude übernommen habe.
Engagement für regionale Schäferei und Landschaftsschutz
In Greding arbeitet die künftige Königin hauptberuflich im Marketing und freut sich nach eigener Aussage auf die Erfahrungen, die sie als Königin sammeln wird. Veranstaltungen wie der Lamm-Auftrieb in Mörnsheim oder der Lamm-Abtrieb in Böhming ziehen jährlich mehrere Tausend Besucher an. Scheu vor großen Gruppen habe sie nicht, was eine wichtige Voraussetzung für das Amt sei.
Fokus auf nachhaltige Landwirtschaft und regionale Produkte
Die noch amtierende „Altmühltaler Lamm“-Königin Annemarie Mack gab Einblicke in die Aufgaben während der Amtszeit. Sie habe das Altmühltaler Lamm mit viel Engagement vertreten, unter anderem auf der „Grünen Woche“ in Berlin und beim Neujahrsempfang des Ministerpräsidenten. Mack legte Wert darauf, das Interesse an der heimischen Schäferei zu fördern und zeigte sich erfreut darüber, dass dies auf positive Resonanz stieß.
Die Projektverantwortlichen, darunter Christoph Würflein (Geschäftsführer des Naturpark Altmühltal), Richard Mittl (Bürgermeister Mörnsheim), Erich Neulinger (Vorsitzender des Vereins der Hüteschäfer) und Klaus Amann (Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands Kelheim), waren sich einig, dass Annemarie Mack das Altmühltaler Lamm hervorragend vertreten habe. Laut Würflein habe sie nicht nur das regionale Produkt gestärkt, sondern auch dessen Bedeutung für den Landschaftsschutz hervorgehoben. Ohne die Schäfer und ihre Herden würden die artenreichen Wacholderheiden verbuschen und der landschaftliche Reiz des Naturparks verloren gehen.
Schäferei stärkt regionale Identität und politische Stimme
Erich Neulinger ergänzte, dass das vor knapp 30 Jahren gestartete Projekt die Vermarktung von Lammfleisch rentabler gemacht und der Schafhaltung eine stärkere Stimme in der Politik verliehen habe. Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2026 zum „Internationalen Jahr der Weidelandschaften und des Hirtentums“ erklärt. Anna Wiest wird als neue Lamm-Königin dazu beitragen, das Bewusstsein für die Schäferei und den Landschaftsschutz weiter zu stärken.
Das Foto zeigt von links Klaus Amann, Christoph Würflein, Richard Mittl und Erich Neulinger, die die neue „Altmühltaler Lamm“-Königin Anna Wiest (vorne links) vorstellen und ihrer Vorgängerin Annemarie Mack (vorne rechts) danken.
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