Solidarischer Hochwasserschutz: Regionale Allianz setzt auf dezentrale Maßnahmen und Echtzeit-Frühwarnsystem


   
Arbeitsgemeinschaft will effektiven Schutz von der Quelle bis zur Mündung – Informationsveranstaltung in Reichertshofen mit starker politischer Unterstützung

(rr) Die Arbeitsgemeinschaft Solidarischer Hochwasserschutz (ARGE) hat sich zum Ziel gesetzt, den Schutz vor Überflutungen im gesamten Flussverlauf – von der Quelle bis zur Mündung – zu stärken. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung am Freitag, 20. Februar 2026 in der Grund- und Mittelschule Reichertshofen (Landkreis Pfaffenhofen) informierten sich rund 70 Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter aus Kommunen, Politik und Einsatzorganisationen über aktuelle Projekte und strategische Ziele der ARGE.



Hochwasserschutz als gemeinschaftliche Aufgabe
Albert Gürtner, Landrat und Vorsitzender der ARGE, stellte die Arbeitsweise und die Zielsetzung des Zusammenschlusses vor. Er betonte, dass sich die Allianz als kommunale Familie versteht, die gemeinsam Verantwortung für den Hochwasserschutz im gesamten Einzugsgebiet übernimmt. Gürtner machte deutlich, dass Wasser keine Gemeindegrenzen kenne und daher das gesamte Gewässersystem in den Blick genommen werden müsse. Zudem sei es der Anspruch der ARGE, der Region mehr politisches Gewicht zu verleihen, um schnelle und unbürokratische Maßnahmen auch auf Landes- und Bundesebene durchzusetzen.



Dezentrale Maßnahmen statt Großprojekte
Ein zentrales Anliegen der Arbeitsgemeinschaft ist es, gezielt auf viele kleine, dezentrale Maßnahmen zu setzen. Statt auf wenige Großprojekte zu vertrauen, wolle man durch zahlreiche kleinere Eingriffe eine große Gesamteffektivität erzielen. So hob Gürtner hervor, dass jeder zurückgehaltene Kubikmeter Wasser einen Beitrag dazu leistet, die Anliegerkommunen zu schützen. Mit geringem Mitteleinsatz und verkürzten Genehmigungsverfahren sollen spürbare Verbesserungen für die Menschen in der Region erreicht werden.



Dreiklang Hochwasser, Starkregen, Trockenheit
Michael Franken, stellvertretender ARGE-Vorsitzender und Bürgermeister von Reichertshofen, erinnerte an das Hochwasser im Juni 2024. Das Ereignis habe, so Franken, deutlich gemacht, welche Macht das Wasser entfalten könne und wie wichtig der Zusammenhalt der Kommunen sei. Er betonte, dass die ARGE die Themen Hochwasserschutz, Starkregenvorsorge und Trockenheit strategisch miteinander verbindet. Auch kleine Maßnahmen leisteten bereits einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Bevölkerung.



Modellregion und Echtzeit-Frühwarnsystem als Innovationstreiber
Kuratoriumsmitglied und Landtagsabgeordneter Roland Weigert erläuterte, dass die Region im Rahmen eines geplanten Modellregionengesetzes von beschleunigten Verfahren und struktureller Stärkung profitieren solle. Ein weiteres zentrales Element sei der Aufbau eines Echtzeit-Frühwarnsystems, das den Einsatzkräften und Kommunen wertvolle Zeit verschaffen werde, um auf drohende Hochwasserereignisse vorbereitet zu sein. Zeitgewinn sei im Ernstfall entscheidend, um rechtzeitig Schutzmaßnahmen einleiten zu können.



Ausblick: Weitere Veranstaltungen und Bürgerbeteiligung
Die ARGE setzt weiterhin auf einen engen Austausch mit den Kommunen und einen offenen Dialog mit der Bevölkerung. Weitere Informationsveranstaltungen im Einzugsgebiet sind geplant. Das Ziel bleibt ein solidarischer, regional abgestimmter Hochwasserschutz, der die Widerstandsfähigkeit der Region gegen extreme Wetterereignisse nachhaltig stärkt.

Das Foto zeigt von links Roland Weigert (Landtagsabgeordneter und Mitglied des Kuratoriums), Michael Franken (1. Bürgermeister von Reichertshofen und stellvertretender Vorsitzender) Albert Gürtner (Landrat und 1. Vorsitzender), Ludwig Wayand (1. Bürgermeister von Baar-Ebenhausen) und Christian Moser (Bundestagsabgeordneter und Mitglied des Kuratoriums).



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