
Wenn Sekunden über Leben entscheiden: Malteser erinnern an die Macht der Ersten Hilfe
Der Notfall wartet nicht: Warum Auffrischung jetzt wichtig ist
(rr) Jedes Jahr wird der Rettungsdienst in Deutschland mehr als 130.000-mal zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses alarmiert. In etwa der Hälfte der Fälle können Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet werden. Fachleute weisen außerdem darauf hin, dass durch frühzeitige Hilfe, telefonische Anleitung und Ersthelfer-Apps jährlich bis zu 10.000 zusätzliche Menschen gerettet werden könnten.Zum Internationalen Tag der Ersten Hilfe am 12. September rufen die Malteser deshalb dazu auf, Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßig aufzufrischen. Denn wer im entscheidenden Moment weiß, was zu tun ist, kann helfen, bevor professionelle Rettungskräfte eintreffen.
Viele Notfälle passieren dort, wo man sie am wenigsten erwartet
Michael Fröhlich, Ausbildungsreferent bei den Maltesern im Bistum Eichstätt, erklärt, die meisten Unfälle oder Erkrankungen, bei denen Erste Hilfe benötigt werde, ereigneten sich zu Hause oder in der Freizeit. Häufig seien Freunde, Familienmitglieder oder Verwandte betroffen. Gerade deshalb sei es wichtig, regelmäßig einen Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen und das eigene Wissen nicht veralten zu lassen.Vom Führerscheinwissen zur modernen Lebensrettung
Viele Menschen absolvieren einen Erste-Hilfe-Kurs nur einmal – oft im Rahmen des Führerscheinerwerbs. Doch die Inhalte und Methoden haben sich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt. Die Malteser bieten daher ein breites Spektrum an Schulungen an: von klassischen Erste-Hilfe-Kursen über Pflegehelfer-Schulungen bis hin zur sanitätsdienstlichen Ausbildung sowie speziellen Angeboten für Motorradfahrer Senioren.Defibrillatoren, Apps und Leitstellen: Erste Hilfe ist digitaler geworden
Fröhlich betont, Kursinhalte würden kontinuierlich an neue Entwicklungen angepasst. Auch die Digitalisierung habe in der Ersten Hilfe Einzug gehalten. Defibrillatoren gehörten heute zur Standardausbildung, zudem unterstützten zahlreiche Apps Menschen im Notfall mit Informationen und Anleitungen. Eine Auffrischung der Kenntnisse sei daher nicht nur sinnvoll, sondern könne unter Umständen lebensrettend sein.Die größte Gefahr ist oft das Nichtstun
Die Sorge, etwas falsch zu machen, hält viele Menschen davon ab, in einer Notsituation einzugreifen. Dabei zählt zunächst vor allem, überhaupt zu helfen. Schon ein Notruf kann entscheidend sein, denn Mitarbeiter der Leitstellen begleiten Ersthelfer am Telefon durch die nächsten Schritte.Nach Angaben Fröhlichs komme es zunächst auf grundlegende Maßnahmen wie Wärmeerhalt, Wundversorgung und die Betreuung betroffener Personen an. Wer außerdem die stabile Seitenlage beherrsche, könne bereits viel bewirken. Die Botschaft der Malteser ist eindeutig: Erste Hilfe kann jeder lernen – und regelmäßiges Üben kann im Ernstfall den Unterschied machen.
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